Wie Jugendhilfe in der Zeitarbeit funktioniert 

Teil zwei des Interviews mit Pädagoge und ehemaligen CareFlex Mitarbeiter Florian Schindler

Im ersten Teil unseres Interviews mit Florian haben wir einen guten Einblick in den Alltag sowie die Herausforderungen und Verantwortungen in der Jugendhilfe erhalten. Nun wollen wir genauer betrachten, welche Vor- und Nachteile die Zeitarbeit mit sich bringt und worauf gerade Berufseinsteiger*innen beim Start in die Jugendhilfe achten sollten.

 

  • Worauf sollte man achten, wenn man in der Jugendhilfe eine Stelle sucht?
    Vertraue auf Dein Bauchgefühl und versuche einen realistischen Eindruck vom Stammpersonal zu bekommen: Wie ist die Stimmung im Team? Wirken die Kolleg*innen überlastet? Gibt es eine hohe Personalfluktuation oder Burnouts in der Einrichtung?
    Wenn Du Dich in einer Einrichtung bereits beim Kennenlernen nicht wohlfühlst, ist das immer ein Warnzeichen für Dich.
    Ich persönlich achte z.B. immer darauf, ob und wie häufig eine Supervision stattfindet. Dies ist ein wichtiges Werkzeug, um die eigene Arbeit reflektieren und teaminterne Konflikte aufarbeiten zu können. Denn am Ende arbeiten wir als Gemeinschaft gemeinsam auf ein Ziel hin.
  • Warum hast Du Dich für CareFlex entschieden?
    Ich habe zum Ende meines Studiums nur wenig praktische Erfahrungen sammeln können. So geht es leider vielen Absolvent*innen. Als ich mich dann bei diversen Trägern beworben habe, bekam ich häufig die Antwort, dass mir die Berufserfahrung fehlt.
    Bei CareFlex war das hingegen gar kein Problem und ich bekam die Möglichkeit, auch als Berufsanfänger durchzustarten.
  • Bei uns warst Du ja in wechselnden Einsätzen unterwegs. Welche Vorteile hat das für Dich?
    Mit der Zeit lernt man schnell unterschiedliche Teams, Arbeitsweisen und fachliche Ansätze kennen und damit auch, welche Herangehensweise an die Jugendarbeit einem mehr oder weniger liegt. In jeder Einrichtung arbeitete ich mit unterschiedlichem Kolleg*innen sowie mit dem Klienten*innen vor Ort zusammen. Das hat mir die Chance gegeben, herauszufinden, unter welchen Bedingungen ich mich am besten aufgehoben fühle. Zum Beispiel lässt sich durch die Zeitarbeit herauskristallisieren, ob jemand lieber mit jüngeren oder älteren Klient*innen zusammenarbeitet, ob und wie bestimmte Problemlagen (z.B. Schulverweigerung oder Drogenmissbrauch) gut behandelt werden können, aber auch was für ein grundlegendes Konzept – wie eine sehr strukturierte oder eher offene Arbeitsweise – einem selbst besonders zusagt. 
  • Gibt es dabei auch Schattenseiten?
    Es kann gelegentlich vorkommen, dass pädagogische Fachkräfte mal nicht im eigenen Fachbereich– in meinem Fall in der Jugendhilfe –eingesetzt werden, wenn es z.B. mal einen Engpass bei den Aufträge gibt. Dadurch hatte ich auch schon Einsätze in einer Kita. Auch kann es zu einer hohen körperlichen sowie psychischen Belastung kommen, wenn die Arbeit in einer instabilen Team- oder Wohngruppensituation stattfindet. Ich konnte meiner Teamleitung allerdings jederzeit sagen, wenn ich mich wo nicht wohlfühle.
  • Was müsste sich in Zukunft unbedingt ändern, um die Arbeitsbedingungen in der Jugendhilfe zu verbessern?
    Häufig sind Einrichtungen personell eng besetzt. Das heißt, jeder Ausfall belastet das Personal und kann das gesamte Konstrukt ins Wanken bringen. Eine zuverlässige, stabile personelle Ausstattung wäre daher wichtig.
    Trotz aller Herausforderungen fühle ich mich in der Jugendarbeit sehr wohl und plane auch langfristig in diesem Bereich tätig zu sein.

Danke Florian, dass Du Dir die Zeit genommen hast mit uns ins Gespräch zu gehen.
Wir freuen uns sehr, dass Du ein Teil des CareFlex-Teams warst und wünschen Dir alles Gute für Deinen weiteren Weg.

Wenn wir Dein Interesse an der Jugendhilfe geweckt haben, schau doch mal bei unseren aktuellen Stellenausschreibungen zur Jugendhilfe rein.

 

Bildnachweis: © GoodStudio/Shutterstock.com

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