E-Learning in der Pflege: Wissensbeschaffung im Wandel

Junge Frau blickt auf weiße Wand mit Darstellungen zum Thema E-Learning.

YouTube, Foren, Apps und Podcasts kennen die meisten von uns und nutzen diese auch oft im Alltag: Egal ob für Recherchen, Entertainment oder zum Kommunizieren. Über diese Kanäle eignen wir uns heute aber auch immer mehr Wissen an, zum Beispiel schauen wir uns YouTube-Lernvideos mit Anleitungen an oder tauschen uns über bestimmte Fragen in Internet-Foren aus. Von „Wie lange koche ich ein Ei?“ über „Was tue ich bei einem Burnout?“ bis hin zu „Was ist künstliche Intelligenz?“. Fragen über Fragen, für die das Internet eine Antwort parat hat.

Das alles und noch viel mehr ist E-Learning: das selbstbestimmte Lernen mit elektronischen Medien. Der größte Vorteil ist, dass die Lernenden selbst entscheiden können, wann und wo sie lernen wollen. Zudem ist E-Learning eine kostengünstigere Alternative zu Präsenzveranstaltungen. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass die Lernenden die technischen Geräte (Smartphone, Tablet, PC) besitzen und diese auch sicher bedienen können. E-Learning bietet dabei in eigentlich allen sozialen Bereichen, vor allem aber in der Pflege, eine große Chance.

Verschiedene Formen des E-Learnings

So unterschiedlich Menschen schon in der Schule lernen, so verschieden sind auch die Formen des E-Learnings. Welche Form des E-Learnings am besten geeignet ist, kommt ganz auf das Thema und den individuellen Lerntyp an. Die beiden dominierenden Formen sind:

  1. Synchrones E-Learning: steht für „gleichzeitig stattfindend“. Teilnehmende und Trainer*innen treffen zum selben Zeitpunkt in einem virtuellen Raum zusammen. So zum Beispiel bei Audio- und Videokonferenzen, Webinaren oder in Online-Chats. Diese Form eignet sich vor allem für komplexe Inhalte, da unmittelbar Fragen geklärt werden können.
  2. Asynchrones E-Learning: steht für „nicht zeitgleich“. Diese Form ist vollkommen orts- und zeitunabhängig, gelernt wird im eigenen Tempo. Digital Natives – Menschen, die mit der digitalen Welt aufgewachsen und sich gut mit Technologien auskennen – bevorzugen oft asynchrones Lernen, da selbstgesteuerte und digitale Wissensbeschaffung fester Bestandteil ihres Lebens- und Arbeitsalltags ist. Zu dieser Form des E-Learnings gehören u. a. Podcasts, Diskussionsforen, Tutorials und Blogs.

Die Vorteile von Online-Fortbildungen in der Pflege

Sich online fortzubilden, Weiterbildungen zu belegen und an Seminaren teilnehmen zu können, ohne vor Ort sein zu müssen, bedeutet für Pflegetätigkeiten eine große Chance. Sowohl für gelernte Pflegefachkräfte als auch für Menschen, die ihre Liebsten zu Hause pflegen, bringt E-Learning gleich mehrere Vorteile mit sich:

  • Kostenersparnis
  • Zeitersparnis
  • Örtliche und zeitliche Flexibilität

Egal wann und egal wo: Online können sich Pflegefachkräfte zu jeder Zeit fortbilden. Für Berufstätige bedeutet das die Möglichkeit, sich für ihre Arbeit erforderliches und sinnvolles Wissen durch Kurse, Weiterbildungen und Seminare deutlich einfacher anzueignen, als das bei einer Fortbildung vor Ort der Fall wäre. Wer daheim seine Angehörigen pflegt, hat unterdessen oftmals gar nicht die Möglichkeit, sich anderweitig fortzubilden und die zu Pflegenden lange Zeit aus den Augen zu lassen. Daher ist E-Learning für die Pflegepraxis so wertvoll.

Diese E-Learning-Angebote gibt es in der Pflege

Das Angebot ist zwar noch nicht so groß, wie es vielleicht sein könnte, es gibt mittlerweile aber einige Lernplattformen und Online-Akademien, die wichtiges Wissen für Pflegefachkräfte digital vermitteln:

Udemy

Eine der weltweit erfolgreichsten Plattformen für E-Learning ist Udemy. Das Angebot an Kursen, die sich auf die Pflege beziehen, ist zwar (noch) überschaubar. Die Kurse, die es bereits gibt, können aber für relativ wenig Geld Pflegefachkräften neue Perspektiven und Hilfestellungen geben. Die meisten der Online-Kurse sind jedoch auf Englisch.

Kursfinder

Der Name sagt eigentlich schon alles beim Kursfinder. Neben klassischen Weiterbildungen sind im Verzeichnis dieser Suchmaschine auch diverse Fernlehrgänge zu finden – unter anderem zum Thema Pflege. In der Suchmaske kann direkt nach Fernlehrgängen und E-Learning-Angeboten gefiltert und so eine Vielzahl an Weiterbildungen gefunden werden. Der Kursfinder bietet dabei selbst keine Kurse an, sondern leitet lediglich zu anderen Anbietern weiter. Dadurch kann man sich aber einen guten Überblick verschaffen.

Lecturio

Die deutsche E-Learning-Plattform Lecturio stellt Online-Kurse kostenpflichtig und zum Teil auch kostenlos zur Verfügung, wobei alle möglichen Bereiche der Lehre abgedeckt werden. Dabei arbeitet Lecturio mit Vorträgen von Dozent*innen sowie individuellen Lernkontrollfragen. Mittlerweile gibt es auch einige Kurse aus dem Bereich der Pflege, wobei auch hier wieder ein Großteil nur auf Englisch vorhanden ist. Mal hineinzuschnuppern lohnt sich aber auf jeden Fall.

Edukatico

Auf dem Online-Suchportal für videobasierte Online-Kurse Edukatico gibt es ebenfalls diverse Kurse für den Pflegebereich. Einige davon sind sogar kostenlos. Edukatico bietet selbst zwar keine Kurse an, zeigt anhand der individuellen Suchbegriffe aber passende Anbieter.

E-Learning als Chance für Pflegeberufe und Privatpersonen

Ob Altenpfleger*in, Krankenpfleger*in, Heilerziehungspfleger*in oder Pfleger*innen von Angehörigen: Mithilfe von E-Learning können Pflegepersonal und Privatpersonen gleichermaßen auf eine große Bandbreite an Wissen für Pflegeberufe zurückgreifen. Sowohl spezialisierte Pflege-Plattformen als auch universelle E-Learning-Portale bieten multimediale Inhalte an, die zum Teil sogar kostenlos verfügbar sind. Der große Vorteil gegenüber Schulungen mit einer begrenzten Anzahl an Teilnehmer*innen sowie der größte Pluspunkt für Pflegefachkräfte ist dabei die zeitliche und örtliche Flexibilität, die sich durch E-Learning ergibt.

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Seit 10 Jahren ist Ulrike bereits bei CareFlex und sorgt mit ihrem Spürsinn, freundlichem Wesen und Optimismus für gute Stimmung. Neben ihrem Job als Teamleiterin für die Eingliederungshilfe und stellvertretende Standortleiterin in Hamburg, kümmert sich Ulrike auch um das Thema Personalentwicklung.

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